Kostenlos laden mit Solarstrom?

Photovoltaik und Speicher

Der Traum eines jeden Elektroautofahrers ist kostenlos zu laden. Neben den vereinzelt vorkommenden kostenlosen öffentlichen Ladestationen wie zum Beispiel bei Aldi Süd ist die naheliegende Lösung natürlich die Solarzelle auf dem eigenen Dach.

 

Bei einem Vortrag der Vereinigung der bayerischen Energieberater "Bayernenergie" ging es um das Thema "Optimierung der Eigenstromnutzung mit Elektroautos und Photovoltaik".

 

Vom Ansatz her klingt das natürlich super, hat aber momentan noch einen teuren Harken.

In der Regel wird man sein E-Auto nachts laden, meistens ist man ja tagsüber unterwegs. Somit scheint die Sonne wenn man nicht lädt, und man lädt, wenn es dunkel ist. Also benötigt man einen Speicher der die Sonnenenergie zwischen speichert.

 

Und wie bei den Autos selber, sind diese Speicher einfach noch zu teuer.  Als ganz grobe Hausnummer kann man von ca. 1.000 € pro 1kWh Speicher ausgehen. 

 

Wenn man von dem neuen i3 ausgeht, dann hat der eine Batterie mit 33 kWh, also benötigt man, wenn man jeden Tag nachts voll laden muss, auch in etwa einen 33 kWh Speicher. Und dieser kostet zur Zeit noch über 30.000 € zuzüglich der Photovoltaik. Auch diese muss so dimensioniert sein, dass die 33 kW tagsüber voll geladen werden. 

 

Um es kurz zu machen, das lohnt sich bei aktuellen Batteriepreisen in der Regel nicht. Eine Marktübersicht der unterschiedlichen Speichersysteme mit Preisen findet sich bei C.A.R.M.E.N. e.V.

 

Wenn man jedoch von einer Photovoltaik / Speicher Lösung ausgeht die auch das Haus versorgt und ein Teil zur Ladung des Autos beiträgt, dann kommt man im idealen Fall auf ein System, das sich gerade selber trägt, also die Investitionen gerade wieder einspielt.

 

Beispiel:

Eine Photovoltaikanlage mit 7,5 kW Peak-Leistung und Süd-Ausrichtung in Süddeutschland liefert für ein Elektroauto mit 15.000 km Jahresfahrleistung einen Anteil von 144 kWh, was in etwa 18% entspricht. 

Wenn man zusätzlich einen Speicher mit 7,5 kWh Kapazität installiert zeigt der PV-Anteil bei der Ladung auf 41%.

 

Ein ausführlicher Artikel zu dem Thema findet sich bei der Forschungsstelle für Energiewirtschaft e.V.

 

Hier gibt es auch ein Video, bei dem das Thema ausführlich durchgerechnet wird: 

Tesla-Fahrer und Whisky-Trinker Horst Lüning erklärt:

https://www.youtube.com/watch?v=7jvw4ygMQ80

Horst Lüning
Quelle: Youtube

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Perdok (Mittwoch, 25 Januar 2017 08:31)

    Die pauschale Annahme man muss einen 33 kWh stationären Speicher haben, wenn man ein Auto mit einem 33 kWh Speicher hat ist falsch. Ein E-Auto braucht für einer Fahrleistung von 20000 km pro Jahr ca. 3000 kWh. D.h. ca. 8 kWh pro Tag zum Fahren. Ein Teil davon kann man auch direkt laden und muss daher nicht aus dem Speicher kommen. Daher sind auch die übrige Berechnungen mehr als praxisfern und falsch. Die Dimensionierung eines Speichers sollte sich immer an der individuelle Situation orientieren.

  • #2

    EAutoLader (Mittwoch, 25 Januar 2017 08:41)

    Hallo Hr. Perdok,
    da haben Sie selbstverständlich recht, es gibt durchaus Fälle wo das funktionieren kann, z. Bsp. wenn mein Auto tagsüber zuhause an der Solaranlage / Speicher hängt.
    Das Beispiel mit dem i3 ist halt ein Usecase, bei dem es nicht funktioniert. Hier war halt die Annahme, dass dieses Auto jeden Tag 33kWh verbraucht.
    Eine individuelle Betrachtung ist bei dem Thema Elektromobiität immer wichtig.
    Grüße